Zertifizierung

Einmal zertifiziert, ist es ein Selbstläufer

Inhaber Saeed Isfahani (re.), Inhaber von IWOT und Mitarbeiter Jörg Krüger sind stolz auf den selbstentwickelten Kran. Auch Norbert Durst (li) von der Handwerkskammer ist von der Innovation begeistert.

Foto: Behne
Quelle: Deutsche Handwerks Zeitung, Ausgabe 5 vom 6. März 2009.

Für Saeed Isfahani von IWOT Innovative ist Präzision das Ziel.
Von Julia Behne

Bauteile leichter, härter und energieeffizienter zu machen – das verspricht die Firma Innovative Werkstoff- und Oberflächentechnik GmbH (IWOT) in Gerlingen. Dass er seinen Kunden die hohen Qualitätsanforderungen auch gewährleisten kann, das hat Inhaber und Diplom-Ingenieur Saeed Isfahani schriftlich. Sein Betrieb ist nach DIN EN ISO 9001:2000 zertifiziert. Er hat mit seinem Qualitätsmanagementsystem die Voraussetzungen geschaffen, dass die Zertifizierungsgesellschaft des Handwerks, die Zdh-Zert GmbH, ihm 2004 erstmals das Qualitätssiegel verliehen hat. Dass es sich gelohnt hat, steht für Isfahani fest: „Unsere Kunden fordern absolute Funktionalität der Bauteile. Viele, wie zum Beispiel Automobilzulieferer setzen die Zertifizierung voraus.“ Wie kam es dazu, ein Qualitätsmanagement bei IWOT einzuführen? Seit 2001 sorgt Saeed Isfahani mit sechs Mitarbeitern dafür, dass Produkte genau die Materialeigenschaften erhalten, die der Kunde haben will. Um diese hochwertigen Beschichtungen zu kreieren, braucht es natürlich Testreihen – die übernimmt das Ingenieurbüro Isfahani-Oberflächen-Technologie (ISOTEC).

Den richtigen Mix finden
Stehen die Voraussetzungen – die Fachleute nennen es Parameter – fest, muss die Maschine eingerichtet und bedient werden. Früher haben die Mitarbeiter von IWOT dafür einen Zettel im Blaumann gehabt: Temperatur X, Gaswert Y und vieles mehr. „Blöd, wenn der Zettel auf einmal weg war oder der Mitarbeiter krank“, schildert Isfahani die damalige Situation. Was dem Chef vorschwebte war, ein Qualitätsmanagementsystem einzuführen, um Arbeitsvorgänge in - wie er es nennt - „Kochrezepte“ zu verwandeln. Damit hat er das Ziel verfolgt, sich selbst als Chef zu entlasten und den Mitarbeitern Sicherheit zu geben: Jeder soll genau wissen, was er zu tun hat, damit am Ende 100 Prozent Qualität generiert wird. „Im Prinzip“ sagt Isfahani „war das ganze Know-How bereits da, es ging nur noch darum, es in Form zu gießen.“

Von Zetteln zu Laufkarten
Isfahani fing damit an, die vielen Zettel einzusammeln. Eine Mitarbeiterin hat dann Laufkarten erstellt. Alles was damit zu tun hat, wandert über ihren Tisch. An der Maschine und im Labor geht es dann Schritt auf Schritt. Am Ende steht die Prüfung mit Mikroskopen und anderen Messinstrumenten. Erst wenn alles stimmt, kommt die „grüne Ampel“ – so nennen sie intern die Freigabe. Bis der Betrieb 2004 von Auditor und Handwerkskammer-Mitarbeiter Norbert Durst geprüft werden konnte, hat es drei Monate Vorarbeit gebraucht. Unterstützt wurde Saeed Isfahani von einem externen Berater. Mit einem der Ingenieure von IWOT haben sie im Team die Qualitätsziele festgelegt und Prozesse definiert. „Nach der Zertifizierung war alles weitere ein Selbstläufer“, sagt Isfahani. Denn die Mitarbeiter können sich ein anderes Arbeiten nicht mehr vorstellen. Kommt der Zertifizierer dann ins Haus, investiert der Chef „zwei Stunden und nicht mehr“. Die Mitarbeiter selbst erläutern dem Auditor ihre Vorgehensweise und zeigen die dazugehörigen Arbeitsmittel.

Täglicher Austausch
Dass jeder mitdenkt und sich einbringt, hat auch einen Grund: Jeden Morgen kommen die Mitarbeiter zusammen, um sich gegenseitig auf den neuesten Stand der Aufträge zu bringen. Läuft alles rund? Was liegt an? Alle wollen dasselbe: Die Kunden sollen mit Produkt und Dienstleistung immer zufrieden sein. Das Team spornt sich zu Höchstleistungen an. Schließlich wollen sie in der Lieferantenbewertung jedes Jahr noch besser abschneiden. Dass alle an einem Strang ziehen, zeigt sich auch daran: Wenn eine neue Maschine dazukommt, werden alle so lange geschult, bis jeder damit umgehen kann und alle Fragen geklärt sind. In einem Handbuch wird dann kurz, präzise und verständlich dargestellt, auf was zu achten ist. Gemeinsam ist das IWOT-Team auch dieses Ziel angegangen: Kein Mitarbeiter soll zukünftig schwere Lasten tragen müssen. Jeder tüftelte mit. Bei so viel Engagement überrascht es nicht, dass ein Kran angeschafft und von Mitarbeitern so umgebaut wurde, dass er perfekt in die Drehbank passt. Nun kann eine Person allein ein Bauteil bearbeiten, das 30 Kilo schwer ist. Bei IWOT gilt die Maxime: „Wenn wir eine Vereinfachung sehen, setzen wir sie schnell um.“